Forum Eine Welt e.V. Backnang

1. Fair Trade Zone in Afrika geplant

Wir unterstützen die Nichtregierungsorganisation (NGO) Global Mamas in Ghana darin, die erste Fair Trade Zone (FTZ) in Afrika zu bauen

Global Mamas besteht seit nunmehr 15 Jahren und hat es sich zur Aufgabe gemacht, insbesondere Frauen in Ghana zu fördern. Dies tun sie mit Erfolg, indem sie Frauen ausbilden und ihnen existenzsichernde Arbeitsplätze anbieten. Global Mamas produziert Bekleidung und Heimtextilien aus Bio-Baumwolle und stellt die Stoffe dafür in Wachsbatik-Technik her. Außerdem produziert Global Mamas Schmuck aus Recyclingglas und Kosmetik aus Shea-Butter. Insgesamt produziert Global Mamas an 9 verschiedenen Produktionsstätten in Ghana.

Einblicke in die vielseitige Arbeit erhält man unter: http://www.globalmamas.org.

Global Mamas hat nun die ersten Schritte unternommen, eine FTZ in Ghana zu errichten. Diese soll weiteren 200 Frauen einen sicheren Arbeitsplatz in der Textilproduktion bieten. Das Gelände wird im Stil eines Campus errichtet werden und neben dem Platz für den Stoffdruck und die Näherei auch eine Kindertagesstätte, Seminarräume und ein kleines Hostel beherbergen. Ziel soll es sein, neben einer effektiven und zentralen Produktion, auch Seminare abzuhalten und Begegnungen stattfinden zu lassen.


Die Gebäude werden aus nachwachsenden und Upcycling-Materialien errichtet, um sie kostengünstig zu erstellen und zu betreiben. Die Dächer werden in V-Form geplant um Regenwasser zu nutzen und mit Sonnenkollektoren bestückt zu werden. Der komplette Betrieb der FTZ soll CO2-neutral sein und mit Solar- und Windkraft betrieben werden.

Die Kosten für das komplette FTZ werden sich auf 750.000,- U$ belaufen. Geplant ist aber, das FTZ in Modulen, je nach den finanziellen Möglichkeiten zu erbauen. Zunächst geht es darum, die Phase 1 des Projektes zu finanzieren. Global Mamas hat bereits das Gelände erworben und möchte nun die ersten Gebäude erreichten in denen dann Platz für die ersten ca. 20 Personen ist.

Unterstützen Sie den Bau der Fair Trade Zone

Es fehlen momentan ca. 36.000,- U$ um den 1. Abschnitt zu realisieren.
Das Forum Eine Welt e.V. hat bei der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) einen Förderantrag für das Vorhaben gestellt. Die maximale Fördersumme beträgt € 20.000,- und setzt voraus, dass ein Eigenanteil von € 3.000,- € vom Verein erbracht wird.

Sie können uns bei diesem Vorhaben unterstützen und die wichtige Arbeit von Global Mamas in Ghana zu fördern. Dadurch erhalten Menschen in dieser Region ein sicheres Einkommen, und es kann eine nachhaltige Infrastruktur aufgebaut werden, die letztlich dazu auch beiträgt mögliche Fluchtursachen zu bekämpfen.

Spendenkonto des Forum Eine Welt e.V.:

IBAN:DE 29 6025 0010 0008 2840 17 bei der KSK Waiblingen

Verwendungszweck: "Global Mamas - FTZ"

Wir stellen gerne eine Spendenbescheinigung aus! Geben Sie dazu bei der Überweiszung bitte Ihren Namen und vollständige Anschrift an.

Hintergründe zur Fair Trade Zone

Global Mamas wurde 2003 gegründet und ist eine ghanaische NGO, die 340 Frauen an 10 Standorten in Ghana beschäftigt und Produkte in zahlreiche Ländern verkauft. Durch die Produktion von handgefertigten Textilien, Accessoires, Schmuck und Pflegeprodukten in höchster Qualität ist es Global Mamas in den letzten 15 Jahren gelungen, diesen Frauen und ihren Familien ein Leben in bescheidenem Wohlstand zu ermöglichen. 2003 mit nur sechs Näherinnen gegründet, ist die Organisation organisch gewachsen, durch den Einsatz von Handwerkern, lokalem Wissen und tiefgreifenden Beziehungen. Zwei der Gründerinnen kommen aus den USA, haben dort BWL studiert und arbeiten heute im Management.

Global Mamas ist ein zertifiziertes Fair-Handels-Unternehmen (Guaranteed Member of WFTO) und versichert den Verbrauchern, dass die Produktion sozial, ökologisch und wirtschaftlich verantwortungsvoll erfolgt. Global Mamas Produzenten verdienen durchschnittlich 34% mehr als der durchschnittliche Handwerker in Ghana und Angestellte haben Zugang zu Sozialversicherung, Krankenversicherung, Überstundenvergütung und bezahltem Mutterschaftsurlaub. Global Mamas ist der festen Überzeugung, dass die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen am effektivsten ist, um Armut zu lindern, stabile Familienstrukturen zu gewährleiten schaffen und eine Verbesserung für das Gemeinwohl zu schaffen.

Vor 30 Jahren beschäftigte die einstmals boomende Textilindustrie in Ghana mehr als 25.000 Arbeitnehmer, was 27% der Arbeitsplätze in der Industrie und rund 12% des ghanaischen BIP ausmachte. Heute sind nur noch ein paar hundert Arbeiter bei zwei großen Textilherstellern beschäftigt. Das Ghanas Revenue Agencies Governing Board schätzt einen jährlichen Verlust von 300 Millionen GHS. Der Zusammenbruch der Branche ist zu einem großen Teil auf Probleme von mangelnder Produktionsinfrastruktur, fehlender Finanzierungssysteme, hoher Stromkosten und begrenztem internationalem Marktzugang zurückzuführen. Dies hat viele hochqualifizierte, gut ausgebildete Arbeitskräfte im Textil- und Bekleidungssektor ohne Beschäftigungsmöglichkeiten zurückgelassen und in Armutszyklen gesteckt. Heute beschäftigt die gesamte verarbeitende Industrie 14 % aller offiziell Beschäftigten in Ghana, von denen nur 11 % Frauen sind.



Über ein Viertel der ghanaischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Trotz des Rückgangs der Armut und der Erreichung des ersten MDG-Ziels #für was steht die Abkürzung# , der Halbierung der Armut, steht Ghana vor großen Herausforderungen im Hinblick auf die Schaffung von menschen-würdigen Arbeitsplätzen, die Bekämpfung von Unterbeschäftigung und die Beseitigung der erheblichen geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den Arbeitsmöglichkeiten. Die Arbeitslosenquote in Ghana beträgt 11,9 %. 1,2 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Beschäftigungsmöglichkeiten. Fast 60 % der Arbeitslosen in Ghana sind Frauen. Ebenso drängend ist die hohe Quote von Armut trotz Beschäftigung und nur saisonaler Arbeit. Von den beschäftigten Frauen arbeiten etwa 85 % in diesem Bereich und sind deshalb nicht durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen geschützt und haben kaum oder keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, sozialer Sicherheit oder anderen Leistungen durch Arbeit. 78 % der berufstätigen Frauen sind in gefährdeten, marginalen, saisonalen, niederen und oft gefährlichen Beschäftigungsverhältnissen beschäftigt. Frauen verdienen 25% weniger als Männer für die gleiche Arbeit. Aber sie investieren 90 % ihres Einkommens in ihre Familien und Gemeinden, verglichen mit nur 35 % ihrer männlichen Kollegen. Das heißt, wenn Frauen einen Arbeitsplatz haben, gehen mehr Kinder zur Schule und bekommen eine bessere Gesundheitsversorgung, lokale Unternehmen gedeihen und die Lebensqualität steigt für jeden in der Gemeinde.
In den ersten Jahren des Betriebs hat Global Mamas mit der Einstellung einzelner Handwerker eine dezentrale Fertigungsstruktur aufgebaut aber nach kurzer Zeit einen kritischen Punkt erreicht. Eine kontinuierliche Produktqualität und die Einhaltung von Lieferterminen war schwer zu erreichen, was zu kostspieligem Ausschuß und verpaßten Absatzchancen führte. Im Jahr 2010 startete Global Mamas zwei zentralisierte Fair-Trade-Produktionsstätten, zunächst in Odumase-Krobo und später in Ashaiman-Tema, mit Vollzeit-Handwerkerinnen, die unter einem Dach arbeiten. Seitdem hat Global Mamas nicht nur die Produktqualität verbessert, was zu höheren Aufträgen und geringeren Ausschußkosten geführt hat, sondern auch zu einem nominalen Wachstum. Global Mamas hat gezeigt, dass die Herstellung in einer Fabrik zu 100% fair gehandhabt werden kann und zu substantiellen und nachhaltigen Auswirkungen auf mehr Frauen führt.
Aus diesem Grund wurde entschieden, die nun projektierte FTZ zu bauen um das bisher Erreichte abzusichern und Global Mamas eine langfristige Perspektive zu ermöglichen.
Für die Errichtung der Fair Trade Zone hat Global Mamas etliche Jahre Spendengelder eingeworben die es ihnen nun ermöglichte, im August 2018 in Akuse, Ghana ein Gelände zu erwerben. Dieses befindet sich nun im Besitz von Global Mamas.


Jede sechste Person, überwiegend Frauen, ist in der globalen Modeindustrie beschäftigt, wo Arbeiten in gefährlichen Fabriken und mit kargen Löhnen die Norm sind. Diese Industrie erlebt seit einiger Zeit aber einen Wandel, da das gestiegene weltweite Interesse an ethisch produzierten Produkten eine ständig steigende Nachfrage nach "Slow Fashion" - hochwertiger, langlebiger, ethisch und umweltfreundlich produzierter Kleidung, erfährt. Ghanas Textil- und Bekleidungsindustrie hat das Potential, durch die Schaffung von Arbeitsplätzen in Ghana für Tausende von Frauen nachhaltige Lebensgrundlagen zu schaffen. Die Verbesserung des Zugangs insbesondere von Frauen zu regulären Beschäftigungsbereichen bei gleicher und gerechter Bezahlung ist von entscheidender Bedeutung für die Schaffung von Wirtschaftswachstum, der Verringerung von Armut, Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit und Verringerung von Fluchtursachen.


Global Mamas arbeitet seit 15 Jahren mit Frauen in ganz Ghana zusammen, um fair gehandelte Produkte zu produzieren und zu verkaufen. Um ihre steigende Produktnachfrage zu decken, plant Global Mamas den Bau der weltweit ersten Fair Trade Zone (FTZ), einer umweltfreundlichen, zentralisierten Produktionsstätte, die 200 qualifizierte Handwerkerinnen in der östlichen Region Ghanas beschäftigen wird.
Das FTZ wird eine Atmosphäre des Lernens durch Frauen fördern, Frauenprogramme betreuen, Teamwork durch kleine Produktionsteams fördern, sowie die Gesundheitsvorsorge durch regelmäßige Gesundheits- und Vorsorgeuntersuchungen sichern.
Die enormen negativen Auswirkungen der traditionellen Bekleidungsproduktion besonders auf Frauen und die Umwelt können nicht länger ignoriert werden. Skalierbare Fair-Trade-Produktionsmodelle sind die Zukunft der Mode, die den Ansprüchen der Verbraucher gerecht werden ohne die Integrität zu gefährden. Die Fair Trade Zone von Global Mamas möchte einen Akzent in der Modebranche setzen und ein reproduzierbares und skalierbares Vorbild in Afrika für eine ökonomisch nachhaltige Produktion sein, die ökologisch und sozial verantwortungsvoll durchgeführt wird. Durch das Projekt soll die Grundlage geschaffen werden, langfristig die bisherige Arbeit zu sichern und an notwendige globale Standards anzugleichen. Global Mamas hat bewiesen, dass die Herstellung in einer Fabrik unter Fair-Trade-Kriterien möglich ist und ist bereit, durch die FTZ weitere 200 dauerhafte, lebensverändernde Arbeitsplätze vor allem für Frauen im ländlichen Ghana zu schaffen. Global Mamas ist der Auffassung, daß eine Einrichtung wie die FTZ das Potential hat, die Textilproduktion in Ghana wieder aufleben zu lassen – ökologisch und fair.

Diese erste Stufe / Phase 1 der FTZ schafft zunächst Platz für 20 Handwerkerinnen. Sie wird wertvolle Erkenntnisse darüber liefern, wie verschiedene innovative lokale und nachhaltige Baumaterialien am effektivsten eingesetzt werden können. Die daraus gewonnen Erkenntnisse sollen dafür genutzt werden um rasch und effektiv die größere FTZ-Phase 2 zu realisieren, die dann weitere 180 Frauen beschäftigen wird. Das Gebäude für Phase-1 wird so gestaltet, dass es in der größeren FTZ-Phase 2 als Kinderkrippe für berufstätige Mütter genutzt werden kann. Nach dem Bau der FTZ wird sich diese durch den Verkauf von Produkten selbst tragen.

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